Komödien bereiten mir keinen Spaß, weil sie oft zu plump und undurchdacht sind. Sie wollen einem einfach zum Lachen bringen, sodass man sich besser fühlt, ohne genauer zu belegen, warum man das tun sollte. Die französische Komödie “Ziemlich beste Freunde” ist da ganz anders. Bereits beim Einstieg in die Handlung bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei wird durch verträumte und surreale Bilder vermittelt, dass im Laufe des Films eine andere Form von Humor angesprochen werden soll: nicht der Humor des Lachens, sondern der Humor des trotzdem Lachens.
Der Querschnittsgelähmte Philippe (Francois Cluzet) ist auf der Suche nach einem neuen Pfleger. Der frisch aus dem Gefängnis entlassene Afrikaner Driss (Omar Sy) erscheint zum Vorstellungsgespräch, um weiter Arbeitslosengeld beziehen zu können, wird dann aber schließlich eigestellt. Eine ungleiche Freundschaft entwickelt sich, wobei der eine keine Rücksicht auf die Einschränkungen des anderen nimmt.
Was sich nach einer typischen Komödien-Konstellation anhört, gewinnt wegen des sozialen Hintergrunds von Driss schnell eine andere Ausrichtung. Man wird gut unterhalten, alles ist echt witzig und sehr, sehr lustig, aber man lacht oft über Sachen, die einem dann doch zum Nachdenken bringen. Vor allem der Umgang mit der Behinderung Philippes und die daraus resultierende Lebensfreude sind großartig.
“Ziemlich beste Freunde” ist Popcornkino mit dem gewissen Extra. Lustig und nachdenklich. Ernsthaft und spielerisch. Für die ganze Familie und für besonderen Anspruch. Hätte ich vorher nie erwartet.

